Kinder- und Jugendlehrgang in Meerbusch

Am Samstag, den 28.02.2026 fand in Meerbusch der erste Tageslehrgang für Kinder und Jugendliche nach der Staffelstabübergabe als Jugendwart des DFJJ NRW e.V. von Christian Busch an Thomas Barbachowski statt. Und Thomas, unterstützt von zahlreichen fleißigen Helferinnen und Helfern, hatte groß aufgefahren: die gesamte Halle in Lank-Latum war in eine einzige Mattenfläche verwandelt worden, ein Buffet war aufgefahren, das mit dem einer Großveranstaltung hätte mithalten können, und ein paar hochkarätige Referenten wurden geboten; neben Thomas, 4. Dan Jiu-Jitsu, der natürlich auch selbst als Referent auf der Matte stand, hatte er Christian Busch, ebenfalls 4. Dan Jiu-Jitsu als ehemaligen Jugendwart eingeladen, und als Überraschungsreferent konnte Thomas noch Andreas Humbert, u.a. 5. Dan Jiu-Jitsu, aus Düsseldorf für den Lehrgang gewinnen.

Gut, dass die Halle viel Platz bot
Um 13:00 Uhr ging es los und bereits vor Lehrgangsstart war klar: das wird eine große Nummer. Über 40 Teilnehmende aus Meerbusch, Köln und Schmallenberg waren an diesem sonnigen Samstag zum Lehrgang gekommen und hatten sichtlich Lust, die kommenden vier Stunden mit viel Energie zu trainieren. So war es dann nicht verwunderlich, dass die Mattenfläche nicht ausreichte, um beim Angrüßen alle Teilnehmenden in einer Linie antreten zu lassen – hier musste im wahrsten Sinne des Wortes „um die Ecke“ gedacht werden.

Nach einer kurzen Ansprache durch die Referenten ging es dann auch schon los. Ein kurzes, knackiges Aufwärmprogramm, gefolgt von der gemeinsamen Fallschule, leiteten den Lehrgangsbeginn ein. Danach wurden die Teilnehmenden in drei Gruppen aufgeteilt und den drei Referenten zugeordnet. Nach der Beendigung einer jeden Trainingseinheit und einer ausgedehnten, köstlichen Pause, rotierten die Gruppen dann durch, sodass am Ende des Tages jede Gruppe das Programm eines jeden Referenten hatte ausprobieren können.

Würfe in der Selbstverteidigung bei Andreas
Ganz dem Motto des Lehrgangs folgend, Grundschultechniken im Rahmen der Selbstverteidigung anzuwenden, hatte Andreas die Würfe übernommen und führte die Teilnehmenden durch die unterschiedlichsten Würfe in den verschiedenen SV-Situationen. Dabei bot er einen schönen Querschnitt durch das Grundschulprogramm des DFJJ, immer individuell angepasst an die Graduierungen der Teilnehmenden, die vom 6. Kyu bis zum 1. Dan reichten. So konnten sich die Teilnehmenden also vom O-Soto-Gari bis hin zum Kata-Guruma durch die verschiedenen Würfe probieren und für sich selbst herausfinden, mit welchem Wurf sie sich in welcher SV-Situation am wohlsten fühlen.

Hebel in der Selbstverteidigung bei Thomas
Thomas hatte sich das Feld der Hebeltechniken vorgenommen, und führte die Teilnehmenden durch die unterschiedlichen Hebeltechniken, die das Prüfungsprogramm des DFJJ zu bieten hat. Dabei orientierte sich Thomas an den verschiedenen SV-Situationen, die den Jiujitsukas u.U. einmal begegnen könnten; egal ob im Stand oder in der Bodenlage, ob aus einer Situation des Haltens oder aus einer Schlag- / Tritt-Situation heraus, Thomas zeigte den Teilnehmenden auf jede Situation die passende Antwort, immer im Hinblick darauf, mittels eines Hebels die Kontrolle über den Angreifenden zu erlangen.

Karate in der Selbstverteidigung bei Christian
Christian widmete sich einer im Jiu-Jitsu oft vernachlässigten Kategorie der Selbstverteidiungstechniken: den Schlag- und Tritttechniken, oder kurz dem Karate. Während Prüflinge in Prüfungen oft teilweise schwierige und komplexe Würfe und Hebeltechniken zeigen, geraten einfache, aber effektive Karate-Techniken viel zu oft in Vergessenheit. Daher konzentrierte sich Christian auf ebendiese Techniken als Antwort auf Angriffe mit Schlägen und / oder Tritten. Und offensichtlich waren einige der Teilnehmenden verwundert, wie simpel und schnell eine Selbstverteidiungssituation mittels eines einfachen Blocks, gefolgt von einem harten Konter in Form eines Gyaku-Zuki beendet werden kann.

Zum Schluss noch einmal Vollgas
Pünktlich um 16:00 Uhr, mit Abschluss der dritten Trainingseinheit an diesem Tag, beendete Thomas den offiziellen (Technik-)Teil des Lehrgangs und läutete die wilde Abschlussphase ein. Wer Thomas kennt, der weiß bereits, was es bedeutet, wenn er einen Sack mit Poolnudeln unter die Kinder und Jugendlichen schmeißt: Action! Und so war es nicht verwunderlich, dass in kürzester Zeit alle Poolnudeln unter den Teilnehmenden verteilt waren und wilde Gefechte auf der Matte entbrannten. Und nicht selten konnte man den ein oder anderen Referenten beobachten, der sich sieben oder mehr angreifender Kinder und Jugendlicher erwehren musste. Die Frage, ob beim Techniktraining oder aber in der Abschlussphase mehr geschwitzt wurde, lässt der Autor bewusst unbeantwortet.

Ein voller Erfolg
Sichtlich zufrieden und glücklich, und bestens mit Obst, Gemüse und Süßem versorgt, verabschiedeten sich die Teilnehmenden, die Referenten und die Helferinnen und Helfer voneinander und alle waren sich einig: das war ein gelungener Lehrgang für alle Beteiligten. Es würde den Autor nicht wundern, wenn Thomas zum nächsten Tages-Kinder-und-Jugendlehrgang im September wieder dieselben Teilnehmenden (und hoffentlich noch mehr) begrüßen darf.

Text und Fotos: Christian Busch