Arnold-Triestram-Gedenklehrgang

Vor rund 30 Jahren verstarb der damalige Technische Direktor unseres Verbandes, Arnold Triestram (23.1.1946-21.10.1996), nach schwerer Krankheit. Arnold hatte unseren Verband nicht nur mitbegründet, sondern mit seinem Jiu-Jitsu-Stil erheblich geprägt. Dies lässt sich unter anderem daran erkennen, dass die Großmeister und Vorstandsmitglieder unseres Verbandes ihn als ihren wichtigsten und prägendsten Lehrer bezeichnen, aber auch als sehr geschätzten Freund. Auch der alljährliche Lehrgang, der zu seinem Gedenken ausgerichtet wird und zu den am besten besuchten Lehrgängen unseres Verbandes zählt, zeugt von seinem Einfluss.

Der diesjährige Gedenklehrgang fiel bewusst erheblich kleiner aus als sonst – auf Wunsch der Familie Triestram wurde der Lehrgang ausnahmsweise nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern die Teilnahme erfolgte auf ausdrückliche Einladung. Da sich Arnolds Tod zum 30. Mal jährt, fand eine ganz besondere Veranstaltung in kleinem Kreis statt. Gekommen waren vor allem Arnolds Familie, seine früheren Schüler, inzwischen selbst zu hohen Dan-Trägern und Meistern gereift, sowie einige Schüler aus der Sportschule der Familie Triestram, um ihren Schulgründer zu ehren.

Um 15:00 Uhr versammelte man sich am Gerresheimer Waldfriedhof und spazierte gemeinsam zu Arnolds Ruhestätte. Bereits auf dem Weg tausche man mit bedächtiger Stimme Anekdoten und Erinnerungen an Arnold aus. Am Grab hielten seine beiden Söhne Christian und Sebastian Triestram kurze, dafür sehr emotionale Reden zum Andenken ihres Vaters. Danach zollten die Anwesenden auf eigenen Wunsch Arnold ihren Respekt, indem sie einzeln ans Grab traten, um sich zu verbeugen und zu verabschieden.

Anschließend ging es in die Sportschule und auf die Matte, denn die beste Art, Arnold zu ehren, ist natürlich mit eifrigem Jiu-Jitsu-Training. Um die Leitung des Trainings noch einmal ihrem Vater übergeben zu können, hatten die Triestrams eine Heimkinoanlage angemietet. Auf dieser wurde dann eines der Lehrvideos von Arnold vorgeführt, welche er Anfang der 1990-er Jahre mit einem professionellen Filmstudio aufgenommen hatte. Zwischendurch wurde das Video pausiert und die Techniken nachtrainiert. Christian und Sebastian begleiteten diesen Unterricht persönlich, korrigierten Fehler und führten die Techniken auch selbst nochmal vor. Nach über zweieinhalb Stunden endete der Unterricht mit ganz vielen erschöpften aber begeisterten Teilnehmenden.

8. Dan für Christian und Sebastian Triestram
Vor dem Abgrüßen ergriff Dr. Heinrich Schorn, 1. Vorsitzender und Prüfungswart unseres Verbandes, das Wort. Er erzählte ein wenig über seine Begegnung und seinen persönlichen Weg mit Arnold, den auch er als einen sehr wichtigen Lehrer und geschätzten Freund betrachtet. Dem stimmte auch Thomas Allenstein, unser Lehrwart, zu. Gemeinsam betonten sie Arnolds herausragendes technisches Können, welches sie auch in seinen Söhnen erkennen. Diesen emotionalen Gedenktag nutzten sie als optimalen Anlass, um Christian und Sebastian mit dem 8. Dan im Jiu-Jitsu auszuzeichnen – unter tosendem Applaus der Anwesenden. Anschließend saß man bei einem warmen Abendbrot, Kuchen und Getränken im Clubraum zusammen, betrachtete alte Fotos und teilte Anekdoten, Erlebnisse und Erinnerungen an Arnold. Trotz des an sich traurigen Anlasses herrschte eine herzliche Stimmung und gute Laune, denn man feierte Arnold als Mensch sowie sein Wirken als Budoka.